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Das Pflegetagebuch: Warum dieses Dokument über Ihren Pflegegrad entscheidet

Aktualisiert: 14. Jan.

Warum ein Pflegetagebuch entscheidend für Ihren Pflegegrad ist

Wenn der Medizinische Dienst zur Begutachtung kommt, geht es um Fakten, nicht um Gefühle. Viele Angehörige verlassen sich auf ihr Gedächtnis, doch unter dem Stress des Termins gehen wichtige Details verloren.

Ein Pflegetagebuch ist kein Tagebuch im klassischen Sinn, sondern eine sachliche Dokumentation des Pflegealltags. Es ist eines der wichtigsten Instrumente, um den tatsächlichen Unterstützungsbedarf nachvollziehbar darzustellen. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum das Pflegetagebuch so entscheidend ist und wie es aufgebaut sein sollte, damit es bei der Begutachtung berücksichtigt wird.


1. Was ist ein Pflegetagebuch?

Ein Pflegetagebuch ist eine strukturierte Dokumentation über einen Zeitraum von etwa sieben bis vierzehn Tagen. Darin wird festgehalten, in welchem Umfang die pflegebedürftige Person in den sechs Modulen der Begutachtung Unterstützung benötigt.

Entscheidend ist nicht nur, welche Tätigkeiten übernommen werden, sondern auch, wie viel Anleitung, Motivation oder Beaufsichtigung erforderlich ist.


2. Warum ist das Pflegetagebuch so wichtig?

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst bildet lediglich eine Momentaufnahme von etwa einer Stunde ab. Das Pflegetagebuch zeigt dagegen den realen Pflegealltag über mehrere Tage.

Es dient als sachlicher Gegenpol zur sogenannten Gute Tag Situation, bei der Betroffene ihre Einschränkungen unbewusst herunterspielen.

Statt allgemeiner Aussagen ermöglicht das Tagebuch präzise Angaben. Beispielsweise nicht nur, dass Hilfe beim Essen notwendig ist, sondern wie häufig und in welchem Umfang diese Unterstützung erfolgt.

Zudem gibt das Pflegetagebuch Sicherheit im Gespräch, da Sie sich auf dokumentierte Fakten stützen können.


3. Häufige Fehler beim Führen eines Pflegetagebuchs

Viele Pflegetagebücher bleiben wirkungslos, weil sie unvollständig geführt werden.

Ein häufiger Fehler ist es, ausschließlich körperliche Pflege zu dokumentieren. Auch Begleitung, Anleitung, Erinnerungen an Medikamente oder emotionale Unterstützung gehören zwingend dazu.

Ebenso sollte nicht nur festgehalten werden, was aktuell geleistet wird, sondern auch, welche Unterstützung eigentlich notwendig wäre, aber aus Zeit oder Kraftmangel nicht erfolgt.

Nicht zuletzt werden wiederkehrende Hilfen, insbesondere nachts, häufig unterschätzt. Jede einzelne Unterstützung zählt und sollte dokumentiert werden.


4. Die sechs Module im Pflegetagebuch abbilden

Das Pflegetagebuch sollte sich an den Bewertungskriterien des Medizinischen Dienstes orientieren.

  • Mobilität: Hilfe beim Aufstehen, Umsetzen oder Treppensteigen.

  • Kognitive und psychische Aspekte: Orientierungshilfen, Erinnerungen, Umgang mit Ängsten oder Unruhe.

  • Selbstversorgung: Unterstützung beim Waschen, Anziehen, Essen oder bei Toilettengängen. Dieses Modul hat mit etwa vierzig Prozent den höchsten Einfluss auf den Pflegegrad.

  • Krankheitsbedingte Anforderungen: Unterstützung bei Medikamenteneinnahme, Verbänden oder Arztbesuchen.

  • Gestaltung des Alltagslebens: Hilfe bei der Tagesstruktur oder sozialen Kontakten.

Fachlicher Hinweis aus der Praxis

Legen Sie das Pflegetagebuch beim Begutachtungstermin gut sichtbar bereit. Es zeigt, dass Sie vorbereitet sind und den Pflegealltag realistisch einschätzen. In der Praxis werden gut strukturierte Pflegetagebücher häufig direkt in die Begutachtung einbezogen.

Benötigen Sie Unterstützung beim Pflegetagebuch?

Das systematische Erfassen aller relevanten Aspekte kann herausfordernd sein. In einer fachlichen Beratung kann gemeinsam eine strukturierte und aussagekräftige Dokumentation erstellt werden.


Ein kostenfreies Erstgespräch über EngelCare Digital bietet die Möglichkeit, offene Fragen zu klären.


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