Pflegegrad beantragen 2026 – Schritt für Schritt zum richtigen Pflegegrad
- julian25436
- 8. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Jan.

Viele Anträge auf einen Pflegegrad scheitern nicht an der tatsächlichen Pflegesituation, sondern an fehlender Vorbereitung.
Wenn ein Angehöriger plötzlich Unterstützung benötigt, bestimmen Unsicherheit und Zeitdruck häufig das Handeln.
Dieser Leitfaden erklärt verständlich und fachlich korrekt, wie Sie einen Pflegegrad beantragen und worauf es beim Termin mit dem Medizinischen Dienst wirklich ankommt.
1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Antrag?
Ein Pflegegrad sollte beantragt werden, sobald ein Mensch dauerhaft, also voraussichtlich für mindestens sechs Monate, Unterstützung im Alltag benötigt.
Entscheidend ist nicht allein der körperliche Pflegebedarf. Maßgeblich ist die Einschränkung der Selbstständigkeit. Dazu zählen unter anderem Orientierungsprobleme, kognitive Einschränkungen, psychische Belastungen sowie Schwierigkeiten bei der Haushaltsführung.
2. Antrag auf Pflegegrad stellen
Der Antrag wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt. Diese ist organisatorisch der jeweiligen Krankenkasse zugeordnet.
Das Antragsdatum ist besonders wichtig. Leistungen der Pflegeversicherung werden rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung gewährt.
Der Antrag kann formlos erfolgen, zum Beispiel telefonisch, per E-Mail oder über ein Onlineformular der Pflegekasse. Eine kurze formlose Mitteilung reicht aus, um den Anspruch zu sichern.
3. Vorbereitung auf die Begutachtung: das Pflegetagebuch
Nach Antragstellung erhalten Sie in der Regel einen Fragebogen der Pflegekasse. Häufig wird hier die tatsächliche Situation unbewusst beschönigt.
Aus fachlicher Sicht empfiehlt es sich, über mindestens zwei Wochen ein Pflegetagebuch zu führen. Halten Sie jede notwendige Unterstützung fest, etwa Hilfe beim Aufstehen, nächtliche Toilettengänge, Erinnerungen an die Medikamenteneinnahme oder Anleitung bei alltäglichen Tätigkeiten.
Nicht die Dauer der Hilfe ist entscheidend, sondern wie regelmäßig und in welchem Umfang Unterstützung erforderlich ist. Das Pflegetagebuch bildet eine wichtige Grundlage für die spätere Einschätzung durch den Medizinischen Dienst.
4. Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst
Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst mit der Begutachtung. Grundlage ist der aktuelle Pflegebedürftigkeitsbegriff, bei dem die Selbstständigkeit im Mittelpunkt steht.
Die Bewertung erfolgt anhand von sechs Lebensbereichen:
Mobilität
Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Selbstversorgung
Umgang mit krankheits oder therapiebedingten Anforderungen
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
5. Häufige Fehler beim Begutachtungstermin
Ein häufiger Fehler ist die sogenannte Gute Tag Situation. Pflegebedürftige wirken beim Termin oft belastbarer, als sie es im Alltag sind.
Achten Sie außerdem darauf, alle relevanten Unterlagen bereitzuhalten. Dazu gehören Arztberichte, Medikamentenpläne und Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus.
Die pflegebedürftige Person sollte beim Termin nicht allein sein. Angehörige oder eine fachkundige Begleitung können wichtige Ergänzungen machen.
6. Der Bescheid der Pflegekasse
Nach der Begutachtung erhalten Sie innerhalb weniger Wochen einen schriftlichen Bescheid. Sollte der Pflegegrad abgelehnt oder zu niedrig festgesetzt werden, besteht das Recht auf Widerspruch. Die Frist hierfür beträgt einen Monat ab Zugang des Bescheids. Ein Widerspruch führt häufig zu einer erneuten Begutachtung und nicht selten zu einer höheren Einstufung.
7. Leistungen nach der Bewilligung
Je nach Pflegegrad bestehen unterschiedliche Leistungsansprüche.
Dazu zählen unter anderem Pflegegeld bei Versorgung durch Angehörige, Pflegesachleistungen bei Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst sowie der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich ab Pflegegrad 1.
Zusätzlich können weitere Leistungen wie Pflegehilfsmittel, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen oder zeitweise stationäre Pflege in Anspruch genommen werden.
Jede Pflegesituation ist unterschiedlich. Eine fachliche Begleitung kann helfen, Fehler zu vermeiden und den Pflegegrad realistisch und bedarfsgerecht zu sichern.
Ein kostenfreies Erstgespräch über EngelCare Digital bietet die Möglichkeit, die nächsten Schritte in Ruhe zu klären.



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